Religion in Tadschikistan | Drucken |

 

herausgegeben von
Prof. Dr. Markus Porsche-Ludwig, Universität Hualien (Taiwan)
Prof. Dr. Jürgen Bellers, Universität Siegen

 

1. Religion und deren Geschichte

Die religiöse Landschaft im gegenwärtigen Tadschikistan ist von großer Diversität geprägt. Der Islam stellt die dominante Mehrheitsreligion. Über 90% der etwa 7 Millionen Einwohner der zentralasiatischen, ehemals sozialisti­schen Sowjetrepublik sind sunnitische Muslime hanafitischer Prägung und werden vor allem von der Titularnation der Tadschiken sowie der größten nationalen Minderheit im Land, den Usbeken, gestellt. Etwa 7% der Muslime sind Schiiten. Die größte Gruppe von ihnen bilden die Ismailiten, zahlenmäßig am stärksten vertreten in der östlichen Bergregion Badachschan. Verschiedene christliche Glaubensgemeinschaften wie die Russisch-Orthodoxen, Protestanten (Lutheraner, Baptisten, Adventisten, Pfingstler) und Katholiken stellen zusammen eine weitere große religiöse Gruppe. Sie werden vorwiegend von ethnischen Russen, die v.a. im Zuge der russischen Eroberung Zentralasiens im 19. Jh. angesiedelt wurden, sowie von ehemalig-sowjetischen Immigranten wie z.B. den Koreanern vertreten. Zusammen mit kleineren religiösen Denominationen wie den Bahai, Zeugen Jehovas oder Hare Krishna sind die christlichen Gemeinden insbesondere im städtischen Raum präsent.

Die Geschichte der bucharischen Juden in Tadschikistan reicht zurück ins 19. Jh., ist aber v.a. eng verbunden mit der Sowjetisierung der Region. Der Bedarf an sowjetischen Fachkräften und Spezialisten für den Aufbau der sozialisti­schen Sowjetrepublik Tadschikistan ab 1924 und die großen Säuberungsaktionen unter Stalin (russisch chistka) in den 1930ern, brachten u.a. bucharische Juden aus verschiedenen Teilen der Sowjetunion (v.a. aus dem heutigen Usbekistan) ins Land. In den 1970ern dann begann ihre stetige Abwanderung nach Israel, Europa und in die USA, die dann mit der Auflösung der Sowjetunion 1989 ihren Höhepunkt fand. Heute leben nur noch ca. 500 überwiegend bucharische Juden sowie einige Aschkenasim, osteuropäische Juden, die im 2. Weltkrieg immigrierten, in Tadschikistan. 2006 wurde die jüdische Synagoge in Duschanbe, die einzige im Land, von der Regierung geschlossen.

Die frühe Entwicklung des Islam in Tadschikistan ist eng mit der Geschichte der historischen Region Transoxanien (arabisch Mawarannahr, „jenseits des Oxus“ > Amurdaja) verbunden. Als arabische Eroberer im 7. Jh. nach Zentralasien kamen, trafen sie dort auf Religionen wie Manichäismus, Zoroastrismus, Buddhismus oder nestorianisches Christentum, unter deren Einfluss sich große kulturelle Zentren entlang der Seidenstraße entwickelt hatten. Im 9. Jh., unter den Abbasiden, setzte sich der Islam zur dominanten, mehrheitlichen Religion durch. Eine zentrale Rolle dabei spielten die überwiegend persischsprachigen städtischen Zentren in den sesshaft-bäuerlichen Regionen. Unter den Samaniden (819-992), eine persische Dynastie, deren Herrschaftsgebiet Teile des heutigen Tadschikistan an seiner Peripherie miterfasste, bildeten Buchara und auch Samarkand (beide heute auf dem Territorium Usbekistans gelegen, aber traditionell vorrangig tadschikisch geprägt) gewaltige über-regionale Gravitationszentren urbaner tadschikischer und islamischer Kultur und Bildung. Sie begünstigten nicht nur die Etablierung eines normativen hanafitischen Islam, der maßgeblich von der städtischen Gelehrtenschaft, den Ulema, und formalen islamischen Institutionen (Moschee, Koranschule, islamische Hochschule) getragen wurde und in der neupersischen Sprache ihre Basis fand. Buchara gedieh zum religiösen, kulturellen und künstlerischen Zentrum der östlichen islamischen Welt und beherbergte bedeutende islamische Gelehrte, Literaten und Poeten wie Ibn Sino (gest. 1037), al-Buchari (gest. 870) u.a. Der große Einfluss Bucharas als politisches und religiöses Zentrum auf die Entwicklung des sunnitischen Islam in Tadschikistan lässt sich an dem hohen Grad an Interaktionen und Mobilitäten im religiösen Bereich (Personal, Wissen, Diskurse, rituelle Praxis) bis in die Gegenwart hinein belegen.

Die samanische Herrschaft in Zentralasien ermöglichte auch die Etablierung ismailitischer Glaubensgemeinschaften. Nach der Abspaltung von den Zwölfer-Schiiten (765 n.Chr.) entwickelte sich die Ismailiya zu einer geheim agierenden, religiös-politischen Missionierungsbewegung (arabisch da’wa), die weltweit wirkte und ihre Doktrin von der Herrschaft eines Imam als göttlich legitimierter, unfehlbarer, spiritueller Führer der Menschheit nach dem Tod des Propheten Mohammed im Zentralasien des 10. Jh. für kurze Zeit erfolg­reich etablieren konnte. Späteren Verfolgungen unter den türkischen Ghaznaviden (10.-12. Jh.) und Seldschuken (11.-13. Jh.) ausgesetzt, migrierten die zentralasiatischen Ismailiten aus den Ebenen und Städten Transoxaniens in die entlegenen Bergtäler Badachschans. Isoliert von anderen ismailitischen Gemeinschaften etablierten sie dort eigene Rituale und Traditionen, die bis heute Bestand haben.

Ab dem 14. Jh. geriet der Islam in der Region unter den Einfluss des zentralasiatischen Sufismus. Der mystische Spiritualismus, die moralisch-ethi­schen, philosophischen und sozialen Prinzipien insbesondere der Naqschbandiya, ein Sufi-Orden (tariqa), der sich unter Bahauddin Naqschband (gest. 1389) in Buchara etablierte, prägen bis heute die religiöse Identität, rituelle Praxis und dominierenden Islam-Vorstellungen der sunniti­schen Muslime Tadschikistans. Die von sufischen Idealen durchdrungenen sitt­lich-ethischen Werke persischer Dichter und Poeten wie Saadi, Bedil oder Hofiz sind heute noch fester Bestandteil des Curriculums elementarer religiöser Wissensvermittlung und werden als Referenzrahmen in Frei­tagspredigten bemüht. Historische Sufi-Persönlichkeiten spielen in der religiösen Alltagspraxis eine wichtige Rolle. Sie werden als Heilige verehrt und mit lokalen Wallfahrtsstätten und Schreinen (ziyoratgoh, mazar) in Beziehung gesetzt. Einer der populärsten Pilgerorte in Tadschikistan ist die nahe Duschanbe gelegene Grabanlage des Naqschbandi-Scheichs Mawlana Ya‘qub Charkhi (gest. 1447). Das enge, klar determinierte und ritualisierte Verhältnis zwischen Sufi-Meister (murshid) und Schüler (murid) sicherte nicht nur die Reproduktion und Distribution mystischen Wissens. Auf seiner Basis konnte sich ein Patronage-System etablieren, das die Verbindung von spiritueller und politischer Führerschaft ermöglichte: Bis heute stehen v.a. im Süden Tadschikistans viele Dörfer unter dem Einfluss lokal bedeutender Sufi-Familien. Affiliationen mit Sufi-Netzwerken (insbesondere Naqschbandiya und Qadiriya) reichen bis in die politische Sphäre hinein und prägen die islami­sche Elite des Landes.

Im 19. Jh. bildete sich als Antwort auf die russische Kolonialisierung Zentralasiens eine autochthone muslimische Reformbewegung, die Dschadiden (persisch jadid > „neu“), die auf der Basis neuer Erziehungs- und Bildungsmethoden (usul-i jadid) eine Erneuerung der lokalen Islamtradition sowie eine Modernisierung der muslimischen Gesellschaft nach europäischen Prinzipien anstrebten. Obwohl maßgeblich von tatarischen und usbekischen Intellektuellen getragen und von pantürkistischen Ideen durchzogen, fanden diese Reformbewegungen auch unter tadschikischen Muslimen Zuspruch.

Mit der sowjetischen Herrschaft wurde ‚Religion‘ und ihre Institutionen aus der öffentlichen Sphäre eliminiert, in den häuslichen Bereich verdrängt und einer Nationalisierung unterzogen. Die bolschewistischen Attacken in der Tadschikischen SSR (gegründet 1924/29) richteten sich vor allem gegen den Islam. Sie umfassten die Abschaffung der Scharia, die Schließung religiöser Waqf-Stiftungen, Moscheen und Ausbildungsstätten sowie die Liquidierung der hanafitischen und ismailitischen Gelehrtenschaft. Die Einführung eines modifizierten kyrillischen Alphabets 1939/40 schnitt die Muslime Tadschikis­tans von den geistlichen Entwicklungen der restlichen islamischen Welt ab und förderte die Lokalisierung des Islam sowie seine Reduktion auf „Tradition“ und „Brauchtum“ (Lebenszyklus- und häusliche Rituale). 1943 wurde ein staatlich-kontrolliertes religiöses Selbstverwaltungsorgan für die Muslime Zentralasiens (SADUM) geschaffen, das einen nationalen Ableger in Tadschikistan durch das Qaziyat (Hohes Gericht) erhielt, Vertreter eines „offiziellen“, staatskonformen Islam ausbildete und Kirchen, Moscheen und Synagogen registrierte. Die Exklusivität und Deutungsmacht des SADUM verlagerte alle außerhalb staatlicher Strukturen existierenden religiösen Akteure (insbesondere Anhänger sufischer Netzwerke und lokale ismailitische Autoritäten wie pir oder khalifa), Vereinigungen und Praktiken in den Raum der Illegalität. Dort gründeten sich ab den späten 1960ern unter sunnitischen Muslimen geheime Zirkel (hujra), in denen die lokale Islamtradition bewahrt, reformorientierte islamische Schriften wie die von Abduh oder Mawdudi rezipiert und der Grundstein für die religiöse Wiedererweckung in der Gorbatschow-Ära gelegt wurden.

Die Unabhängigkeit Tadschikistans 1991 verstärkte die in den späten 1980ern einsetzende religiöse Liberalisierung und führte zu einem Moscheebau – und Bildungsboom, der Zunahme an Pilgerreisen nach Mekka (hajj) und Studienaufenthalten junger Muslime in islamischen Ländern. Zusammen mit der missionarischen Tätigkeit ausländischer Akteure (Saudi Arabien, Iran, Türkei) und der steigenden Popularität islamischer Gruppierungen wie die translokal agierende Hizb ut-Tahrir zeugen diese Entwicklungen von der Ausdifferenzierung des religiösen Feldes sowie einem Wettbewerb um normative Deutungen des Islam. Zugleich haben sie ein stärkeres Bewusstsein unter den Muslimen Tadschikistans dafür bewirkt, Teil einer globalen Glaubensgemeinschaft zu sein. Das gilt insbesondere für die tadschikischen Ismailiten. Nach der mehr als 70 Jahre währenden kulturellen und spirituellen Isolation vor allem durch die sowjetische Nationalitäten- und Religionspolitik fand 1995 der erste Besuch des amtierenden Aga Khan IV in Tadschikistan statt. Das unter seiner Leitung weltweit agierende sozio-ökonomische und religiöse Ent­wicklungsnetzwerk (Aga Khan Development Network, AKDN) trägt maßgeblich zur Einbindung der Ismailiten Tadschikistans in die globale Glaubensgemeinschaft bei.

Das Verhältnis zwischen Staat und Religion ist in Tadschikistan stark ambivalent. Laut Verfassung gründet Tadschikistan auf einer säkularen Staatlichkeit, die sich de jure in der strikten Trennung von Religion und Staat sowie der proklamierten staatlichen Neutralität gegenüber allen im Land existierenden Religionen manifestiert. Grundlage bildet ein 1994 erlassenes Religionsgesetz, das in den Folgejahren mehrfach überarbeitet wurde und einen zunehmenden staatlichen Autoritarismus sowie die Abkehr von einem einst proklamierten religiösen Pluralismus erkennen lässt. Die restriktive Religionspolitik der amtierenden Regierung unter Emomali Rahmon richtet sich primär gegen islamische Organisationen (Moscheen, Medresen, Parteien), aber auch gegen missionierende christliche Bewegungen (z.B. Pfingstler, Baptisten oder die zu Sowjetzeiten verbotene charismatische Kirche), die seit der Unabhängigkeit zu einer steigenden Zahl an Konversionen unter Muslimen insbesondere in den städtischen Zentren geführt haben. Die gegenwärtige Religionspolitik in Tadschikistan wurzelt in alten sowjetischen Ressentiments gegenüber Religion (Islam), in der gefühlten Bedrohung durch eine Politisierung des Islams im nationalen wie internationalen Kontext und ermöglicht de facto eine staatliche Kontrolle der Religionsausübung im öffentlichen und privaten Bereich. Ihr ausführendes Organ, die staatliche Religionsbehörde (kumita-i dini, Komitee für religiöse Angelegenheiten) ist direkt dem Präsidenten unterstellt. Im gleichen Atemzug zeugt die Islamisierung der politischen Sphäre etwa durch die Pilgerfahrt des Präsidenten Rahmon nach Mekka 1997 oder die pompösen Feierlichkeiten 2007 zu Ehren von Abu Hanifa, dem Begründer der hanafitischen Rechtsschule, vom Versuch, tadschikischen Nationalismus und islamisches Erbe in Einklang zu bringen und in der islamischen Welt anschlussfähig zu werden.

2. Statistiken und Organisationen

(Die Islamische Wiedergeburtspartei Tadschikistan)

Tadschikistan ist das einzige muslimische Land im ehemals sowjetischen Zentralasien mit einer legal arbeitenden islamischen Partei, die Islamische Wiedergeburtspartei Tadschikistan (Hizb-i Nahzat-i Islomii Tojikistan, ­IWPT). 1990/91 aus einem informellen Netzwerk reformorientierter und teilweise regimekritischer Muslime gegründet, positionierten sich Mitglieder der Partei im Bürgerkrieg zwischen 1992 – 97 als tragender Teil der Oppositionskoalition gegen die amtierende kommunistische Regierung. In der Folge wird die Partei 1993 verboten. 1997 erfolgt die Rehabilitation als legale politische Partei. Heute ist die IWPT mit ihren ca. 22.000 und vorwiegend jungen Mitgliedern die einzige glaubwürdige Oppositionspartei im Land. Trotz ihrer betont moderaten islamischen Agenda, die im Einklang mit den säkularen Koordinaten der Verfassung steht und pro-demokratische und nationalisti­sche Bekenntnisse formuliert, wird die IWPT in ihrer Tätigkeit massiv von der amtierenden Regierung behindert.

(Das Islam-Zentrum und das Konzil der Gelehrten) 

Das Qaziyat (Oberstes Gericht) als höchstes offizielles islamisches Gremium im Land wurde 1996 durch ein Konzil der Gelehrten (shuro-i ulamo) ersetzt, welches zugleich das Islam-Zentrum (markaz-i islomi) bildet und für die Wahl der offiziellen islamischen Würdenträger (Imame) und die Qualitätssicherung des Lehrpersonals im islamischen Bildungssektor zuständig ist. De jure unabhängig, fungiert das in der Bevölkerung nur wenig populäre Gremium de facto als ein staatliches Kontrollorgan zur Regulierung der heterogenen islami­schen Gelehrtenschaft. Dem Islam-Zentrum angegliedert ist die zentrale Frei­tagsmoschee in Duschanbe sowie die Islam-Universität Imom Termizi, die einzige Institution höherer islamischer Bildung in Tadschikistan, die 1997 als private Bildungseinrichtung registriert wurde, seit 2010 aber als staatliche Bildungsinstitution dem Ministerium für Bildung zugeordnet ist.

3. Bedeutsame islamische Persönlichkeiten

Ahmad Donish (1826-1897), islamischer Theologe, Intellektueller und progressiver Denker aus Buchara, zahlreiche Reisen nach Russland als Botschafter der Emirs von Buchara, religiöser und politischer Erneuerer (tadschikisch maorifatparvar) und Vordenker der späteren Dschadiden, versuchte, die kulturelle, gesellschaftliche und politische Stagnation des Emirats durch eine Reform der klassischen Unterrichtsmethoden in den islamischen Hochschulen nach europäischem (russischen) Vorbild zu überwinden.

Muhammad Hindustoni (gebürtiger Name Muhammad Rustamov, geb. 1892/5 in Kokand/heute Usbekistan, gest. 1989 in Duschanbe), Schlüsselfigur in der ab den späten 1960ern einsetzenden islamischen Wiederbelebung in Tadschikistan, ausgebildet in Buchara sowie in indischen Deobandi-Schulen, zunächst im Bereich des offiziellen Islam in Duschanbe tätig, nach Deportation durch Stalin Leitung inoffizieller reformorientierter Lernzirkel in Duschanbe, zahlreiche seiner Schüler sind heute einflussreiche islamische Persönlichkeiten in Tadschikistan.

Said Abdulloh Nuri (Abdulloh Saidov, 1947-2006), tadschikischer Politiker und einflussreiche islamische Persönlichkeit, Begründer und bis zu seinem Tod Vorsitzender der IWPT, übernimmt als Schüler und Anhänger von Muhammad Hindustani eine tragende Rolle innerhalb der islamischen Wiederbelebung in Tadschikistan, Gründung einer reformorientierten Gruppierung und nach Inhaftierung 1988 Herausgeber der offiziellen Qaziyat-Zeitschrift Minbari Islom (Die Kanzel des Islam), führende Rolle in der Vereinigten tadschikischen Opposition im Bürgerkrieg, 1997 Vorsitzender der Kommission für nationale Einigung und Mitunterzeichner des Friedensvertrages zur Beendigung des Bürgerkrieges.

Hoji Akbar Turajonzoda, säkularer Politiker und derzeit bedeutendste islami­sche Persönlichkeit in Tadschikistan, geb. 1954 in die Familie des einfluss­reichen Qaderiya-Scheichs Eschon Turajon, nach Ausbildung an der Miri Arab-Medrese in Buchara zunächst Lehr- und diplomatische Tätigkeiten für SADUM, 1988 Wahl zum qazikalon (Oberster Richter), das höchste islami­sche Amt in der Tadschikischen SSR, in den frühen 1990ern Mitglied der ­IWPT und Reformierung des Qaziyats in ein unabhängiges politisches Gremium, 1999 Abkehr von offiziellen religiösen Ämtern und Ernennung zum stell­vertretenden Premierminister sowie Mitglied des Präsidentenrates (majlis-i olii), Verfasser zahlreicher Schriften zum Islam sowie Engagement für eine islamische Öffentlichkeit im Land.

4. Literaturtitel

Farhod Daftary (2001). The Ismailis: A religious community in Islam. BRIIFS 3/1. http//www.riifs.org/journal/essy_v3no1_dftari.htm.

Stephane A. Dudoignon (2011). From revival to mutation: the religious personnel of Islam in Tajikistan, from de-Stalinization to independence (1955-91). In: Central Asian Survey 30/1, S. 53-80.

Tim Epkenhans (2009). Muslims without learning, clergy without faith. Institutions of Islamic learning in the Republic of Tajikistan. In: Raoul Motika/Stefan Reichmuth/Michael Kemper (Hg.). Islamic Education in the Soviet Union and Its Successor States. Routledge, S. 313-348.

Parviz Mullojonov (2001). The Islamic clergy in Tajikistan since the end of the Soviet period. In: Stephan A. Dudoignon/Komatsu Hisao (Hg.). Islam in politics in Russia and Central Asia (early eighteen to late twentieth century). Paul Kegan, S. XXX.

Aziz Niyazi (1999). Islam and Tajikistan’s Human and Ecological Crisis. In: M. Holdt Ruffin/Daniel C. Waugh (Hg.). Civil Society in Central Asia. Seattle, S. 180-197.

Manja Stephan (2010). Das Bedürfnis nach Ausgewogenheit. Moralerziehung, Islam und Muslimsein in Tadschikistan zwischen Säkularisierung und religiöser Rückbesinnung. (Kultur, Recht und Politik in muslimischen Gesellschaften; 16). Ergon.

 

AUTORIN: Manja Stephan 

Dr. Manja Stephan ist Ethnologin und vertritt als Juniorprofessorin  den  Querschnittsbereich Islam in den Gesellschaften Asiens und Afrikas am Institut für Asien- und Afrikawissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich Bildung, Jugend, Islam und transnationale Mobilität in Zentralasien (Tadschikistan).